In der Provence stehst du kostenlos im Hinterland, und an der Küste zahlst du. Diese Entscheidung fällt vor der Routenplanung, nicht danach.

Zwei Beispiele zeigen den Abstand. In Forcalquier in den Alpes-de-Haute-Provence ist die kommunale Aire d’étape et de services (eine Aire ist der französische Stellplatz) als kostenlos ausgewiesen: 48 Stunden, ganzjährig geöffnet, mit Frischwasser und Entsorgung für Grau- und Schwarzwasser. In Sainte-Maxime am Golf von Saint-Tropez kostet die Aire am Boulevard des Mimosas 12 Euro pro Tag vom 1. April bis 30. September und 7 Euro pro Tag vom 1. Oktober bis 31. März, ebenfalls maximal 48 Stunden, Abwasserentsorgung und Wasserversorgung frei zugänglich. Geprüft am 2. August 2026 beim Tourismusverband Alpes de Haute Provence und auf der Seite der Stadt Sainte-Maxime.

Die Borne, und wie sie bezahlt werden will

Auf einer französischen Aire kosten Stehen und Service getrennt. Kostenlos auf einer Karte meint das Stehen. Die Borne, also die Servicestation, meint es fast nie.

Sainte-Maxime ist die bequeme Variante. Der Automat nimmt Münzen von 0,10 bis 2 Euro, Scheine von 5 bis 20 Euro und die kontaktlose Karte, die Ausfahrtschranke dagegen nur die Karte. Ohne Bankkarte kommst du dort also nicht wieder raus.

Fontvieille in den Alpilles ist die Variante, die Leute kalt erwischt. Die Gemeinde schreibt, dass die Einfahrt über eine Zahlborne läuft und dass Wasser nicht im Stellplatz enthalten ist, sondern an der Borne gekauft wird. Preis und Standzeit veröffentlicht sie nicht. Komm mit Karte und Münzen an und lies die Borne, bevor du dich einrichtest.

Trigance über der Verdonschlucht veröffentlicht gar nichts. Die Camping-car-Seite der Gemeinde beschreibt die Zufahrt zum Parkplatz am westlichen Ortseingang von der D90 aus, und das war es. Nimm Münzen mit und lass das Schild vor Ort über die Standzeit entscheiden.

Im Sommer sperrt nicht der Preis, sondern das Feuer

Das übersehen die meisten Provence-Routen. Von Juni bis September ist der Zugang zu den Waldmassiven geregelt, und die Regelung ändert sich täglich.

In den Bouches-du-Rhône läuft der Zeitraum vom 1. Juni bis einschließlich 30. September, und die Zugangsbedingungen für den nächsten Tag werden gegen 18 Uhr aktualisiert, Massiv für Massiv und Gemeinde für Gemeinde, auf Grundlage des Präfekturerlasses vom 22. April 2025 in der geänderten Fassung. Im Var regelt der Präfekturerlass vom 19. Juni 2018 in der geänderten Fassung das Betreten, das Befahren und das Parken in den Massiven; die Karte für den Folgetag erscheint vor 19 Uhr, und die Stufe Rot bedeutet Zugang verboten.

Konkret: schau dir am Abend die Karte des Départements an, bevor du festlegst, wo du morgen schläfst. Eine Waldstraße, die gestern offen war, kann heute zu sein, und das Parken gehört zu dem, was verboten wird.

Die Calanques, das ganze Jahr

Zwischen Marseille und La Ciotat verbietet der Parc national des Calanques Biwak und Camping mit jedem Mittel, und der Hinweis des Parks stellt klar, dass das auch im Fahrzeug, im Wohnanhänger oder in jedem anderen mobilen Unterstand gilt. Namentlich genannt sind die Route des Crêtes, die Route de la Gineste, die D559 zwischen Marseille und Cassis, die D141 zwischen Cassis und La Ciotat und die Straßen nach Sormiou und Morgiou. Der Park nennt 68 Euro pro Person fürs Biwak und 135 Euro für ein Feuer. Saisonal ist das nicht.

Sonst entscheidet die Commune, und es zählt das Schild

Außerhalb des Nationalparks wird die Regel örtlich gesetzt. Artikel R111-34 des Code de l’urbanisme erlaubt dem kommunalen Planungsdokument, Camping außerhalb ausgewiesener Plätze in bestimmten Zonen zu verbieten, und dem Bürgermeister, es per arrêté zu untersagen. Derselbe Artikel enthält den Satz, der dein Verhalten bestimmt: diese Verbote sind nur durchsetzbar, wenn sie durch Aushang im Rathaus und durch Schilder an den üblichen Zufahrten öffentlich gemacht wurden.

Also lies das Schild an der Einfahrt. Es steht über dieser Seite und über jeder anderen.

So baust du die Woche

Steh im Hinterland und fahr tagsüber ans Meer. Vom Land um Forcalquier, von den Alpilles und vom Verdon aus bleibt die Küste ein Tagesausflug, ohne dass du zum Küstentarif übernachtest, und Sainte-Maxime wird damit zu der Nacht, die du bezahlen willst, statt zu der, die dir übrig bleibt.

Weiter: die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur mit den genannten Gemeinden, was eine Aire ist, falls dir das Wort neu ist, und die französischen Biwak- und Camping-Regeln dazu, warum die Biwak-Regel eine Nacht im Fahrzeug nicht rettet.

Sources

  1. Aire d'étape et de services municipale de Forcalquier, Tourismusverband Alpes de Haute Provence
  2. Stationnement des autocaravanes, Stadt Sainte-Maxime
  3. Aire de camping-cars, Gemeinde Fontvieille
  4. Camping-cars, Gemeinde Trigance
  5. Camping sauvage et bivouac, Parc national des Calanques
  6. Zugang zu den Waldmassiven der Bouches-du-Rhône, Präfektur Bouches-du-Rhône
  7. Zugangskarte für die Waldmassive, Präfektur Var
  8. Artikel R111-34, Code de l'urbanisme, Légifrance

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